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Unternehmens-Geschichte Samsung


Das Unternehmen wurde am 1. März 1938 in Daegu von Lee Byung-chull als Lebensmittelhandelsgeschäft gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Loslösung von der japanischen Kolonialherrschaft verlor Lee sein Geschäft durch das im Land herrschende Chaos. Er baute das Geschäft daraufhin in Seoul neu auf. Aber es wurde ein zweites Mal durch den Koreakrieg zerstört. Nach dem Krieg baute Lee sein Geschäft erneut in der zerstörten Hauptstadt Südkoreas auf. 1953 gründete Lee das Unternehmen Cheil Jedang („Bester Zucker“) und errichtete damit die erste industrielle Zuckerraffinerie in Südkorea. Cheil Jedang wurde später zum größten Lebensmittelhersteller in Südkorea. Nach Lee Byung-chulls Tod wurde das Unternehmen von seinem ältesten Sohn, Lee Maeng-hee, übernommen. Es wurde 1997 von der Samsung Group getrennt und eigenständig. Cheil Jedang vertritt heute einen der wichtigsten Geschäftsbereiche der CJ Group.

1954 ließ Lee Byung-chull eine Textilfabrik errichten, was die Grundlage für das Unternehmen Cheil Industries wurde. Die Textil- und Modesparte ist heute in der Samsung C&T Fashion Group zusammengefasst. Später stieg Samsung in das Versicherungs- und Baugeschäft ein. Aufgrund der Unterstützung der Regierung unter Präsident Park Chung-hee stieg Samsung auch in den Schiffbau ein.

Mit der 1969 gegründeten Tochter Samsung Electronics nahm Samsung die Fertigung elektrotechnischer Artikel in Angriff, wobei man sich frühzeitig auf Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte konzentrierte. 1974 erwarb Samsung Electronics das fast bankrotte Unternehmen Korea Semiconductor. Lee Kun-hee erkannte damals das große Potenzial der Mikroelektronik. Er war es auch, der Anfang der 1980er-Jahre die große Zukunft von DRAM im digitalen Zeitalter sah und massiv in deren Entwicklung und Fertigung investierte.

Weitere Zweige, in denen der Großkonzern tätig ist, sind: Maschinenbau, Automobile, Versicherung, Großhandel, Immobilien und Freizeit. Der seinerzeit größte private Fernsehsender Munhwa Broadcasting Corporation (MBC) wurde auf politischen Druck Ende der 1970er-Jahre an den Staat abgetreten.

1983 übernahm Samsung das Donghwa-Kaufhaus. Es wurde danach in Shinsegae umbenannt. Shinsegae wurde 1991 aus der Samsung-Gruppe ausgegliedert und gehört heute zur größten Retailgruppe in Südkorea. Das Unternehmen wird von Lee Myung-hee geführt, der Tochter des Samsung-Gründers Lee Byung-chull und die jüngere Schwester von Lee Kun-hee. Sie ist die reichste Frau in Südkorea.

Nach der Asienkrise in den 1990er-Jahren musste sich Samsung, wie alle Jaebeol, aus zahlreichen Geschäftsfeldern zurückziehen und verkaufte viele Tochterunternehmen, um die Kapitalbasis zu stärken. Gleichzeitig erfolgte die Konzentration auf einige Kerngebiete. Seitdem ist Samsung Electronics der wichtigste Zweig des Mischkonzerns.

In Europa weniger bekannt sind die anderen Zweige des Unternehmens:

Samsung gehört zu den ersten Hauptmitgliedern der FIDO-Allianz, die den Industriestandard Universal Second Factor (U2F) für eine allgemein anwendbare Zwei-Faktor-Authentifizierung entwickelt hat.

In der Samsung-Gruppe findet nach dem Herzinfarkt von Unternehmenschef Lee Kun-hee im Mai 2014, im Zuge des Generationswechsels, eine Umstrukturierung statt: Die Rüstungssparte Samsung Techwin wurde an Hanwha verkauft,[8] mehrere Chemieunternehmen gingen an die Lotte-Gruppe.[9][10] Samsung will sich vermehrt auf Automotive (Samsung SDI), Fintech (Samsung Pay) und Pharmazeutik (Samsung Biologics) konzentrieren. Samsung Everland wurde mit Cheil Industries Inc. zusammengeführt und danach mit Samsung C&T fusioniert. Samsung C&T führt seitdem als de facto Holdinggesellschaft die Samsung-Gruppe. Elliot Management Corporation, ein Minderheitsanteilseigner, wehrte sich und reichte eine Klage gegen den Verkauf von 5,76 % Unternehmensanteilen an KCC ein. Die Klage wurde vom Seouler Gericht jedoch abgewiesen. Die Umstrukturierung ist damit allerdings noch nicht abgeschlossen. Als nächstes steht das Unternehmen Samsung SDS auf der Agenda. Der 2014 gescheiterte Versuch, Samsung Heavy Industries mit Samsung Engineering zusammenzulegen, könnte wieder aktuell werden, da der Schiffbauer Samsung Heavy Industries wegen des enormen Rückgangs der Aufträge sehr zu leiden hat.

Wegen des Nachfragerückgangs in vielen Sektoren im Ausland hat das stark exportabhängige Südkorea mit einigen Problemen zu kämpfen. Die Samsung-Gruppe als größter privater Arbeitgeber im Land bildet da keine Ausnahme. So haben im ersten Quartal 2016 mehr als 2800 Mitarbeiter mit Abfindung die Unternehmen der Gruppe (Samsung SDI, Samsung Electro-Mechanics, Samsung Heavy Industries, Samsung Engineering and Samsung C&T) verlassen. Weitere 2000 Mitarbeiter sollten bis Mitte 2016 folgen. Die Führungskräfte der Unternehmen wollen auf einen Anteil ihres Gehalts verzichten. Die Gruppe hat nach der Aufforderung der Präsidentin Park im Jahr 2015 14.000 junge Uni-Absolventen eingestellt. Südkorea hat seit einigen Jahren eine hohe Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen.

Bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 27. September 2016 wurde der Vize-Präsident von Samsung Electronics, Lee Jae-yong, der einzige Sohn Lee Kun-hees, zum offiziellen Vorstandsmitglied nominiert. Der Titel des Vorsitzenden bleibt noch bei Lee Kun-hee.

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